Die Forschungsfrage ist nicht gleich dem Titel der Arbeit!! Vielmehr grenzt die Forschungsfrage die Arbeit ein. Die Antwort auf die Forschungsfrage ist das Ergebnis der Arbeit! Sie soll also einen wissenschaftlichen Beitrag liefern.

Doch wie definiert man einen neuen, wissenschaftlichen Beitrag?

Zunächst wird aus dem Thema eine Forschungsfrage abgeleitet. Danach muss ein Abgleich mit der Forschungsliteratur erfolgen. Wurde dieses Thema bereits behandelt? Aus welcher Perspektive? Mit welcher Forschungsmethode?

Wurde diese Thema bereits behandelt ist es einerseits von Vorteil, da es bereits Literatur gibt, auf die aufgebaut werden kann. Andererseits muss die Forschungsfrage abgrenzend zur bereits bestehenden Literatur formuliert werden. Mann muss also eine Forschungslücke identifizieren.

Dies ist einfacher, wenn man z.B. in vorhergehenden Arbeiten „weiterer Forschungsbedarf“ identifiziert wurde. Hier kann man anknüpfen, wenn die Arbeit nicht zu weit zurück liegt oder noch keine weiteren Forschungsarbeiten angefertigt wurden.

Die Forschungsfrage selbst sollte dann konkret und präzise formuliert werden! Sie sollten nicht versuchen, ein allumfassendes Kompendium zu erstellen! Das heißt, der Themenbereich soll nicht in allen Details und Verästelungen erfasst werden, sondern nur ein spezifisches Problem. Die Forschungsfrage kann wiederum in Unterfragen unterteilt werden.

Beispiele für schlechte Fragen sind:

  • Welche Themen bearbeiten Studierende in ihrer Masterarbeit? (zu unkonkret)
  • Warum stimmt es, dass Studierende eher zu umfangreichen Themen neigen? (Vorannahme und beeinflussende, tendenziöse Frage)

 

Besser:

  • Welche Themen bearbeiteten Studierende der Betriebswirtschaftslehre in den Jahren 2010 bis 2020 am häufigsten in ihrer Masterarbeit?
  • Wie hat sich der Umfang von Themenstellungen von Masterarbeiten in den Jahren 2010 bis 2020 verändert bei Studierenden der Betriebswirtschaftslehre?

 

Karmasin, M. und Ribing, R. (2012) nennen in ihrem Buch „Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten“ fünf Grundtypen verschiedener Fragestellungen, die für Forschungsarbeiten verwendet werden können (S.25)

Zwei Fragetypen kommen dabei grundsätzlich für Bachelor- und Masterarbeiten in Frage:

  • Beschreibung: Beispiel Wie hat sich die Arbeitskräftemobilität in der EU seit 2004 verändert
  • Erklärung: Warum hat sich die Arbeitskräftemobilität in der EU seit 2004 in bestimmter Art und Weise (nicht) verändert?

Die Praxis zeigt jedoch, dass es verschiedenste Spielarten gibt und die Lösung immer eine Einzelfallentscheidung ist.

Quellen: Karmasin, M. und Ribing, R. (2012), Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 7. Auflage 2012, facultas wuv, utb Verlag